Manchmal wirkt auch die Stadtpolitik überrumpelt – anders ist es schwer zu erklären, dass dieser Antrag seinen Weg so kurzfristig in den Mobilitätsausschuss fand. Am 11. März schrieb der Wiesbadener Kurier als Nebenabsatz in einem Artikel über die B42 von Bauarbeiten an der Kreuzung B455/New-York-Straße.

Das Land Hessen, vertreten durch Hessen Mobil, will hier für knapp 100.000 Euro einen Unfallschwerpunkt entschärfen – immer wieder kommt es zwischen Fahrzeugen, die stadtauswärts auf der New-York-Straße unterwegs sind und welchen, die aus Bierstadt kommend links auf den zweiten Ring abbiegen, zu Unfällen.

Darstellung der Unfälle mit Personenschaden an der Kreuzung New-York-Straße/B455 in den letzten Jahren. (unfallatlas.statistikportal.de)

Mit dem Pressebericht war es zu spät für den regulären Vorlauf zur Sitzung – und so fand ein Antrag zu dieser Ampel als Tischvorlage seinen Weg in den Mobilitätsausschuss am vergangenen Donnerstag.

Hessen Mobils Lösung: Eine Ampel, die den Linksabbieger von Bierstadt aus kommend in die B455/2. Ring signalisiert (und entsprechend die gekreuzte Gegenfahrbahn von der New-York-Straße Richtung Bierstadt).

Die anderen Fahrtrichtungen blieben in dem Szenario (vermutlich) unsignalisiert weiterfließen. Und genau dort setzt der kurzfristig eingebrachte Antrag an: Wenn schon Ampel, dann richtig. Denn auch der Ortsbeirat Bierstadt wünscht sich schon längere Zeit eine sichere Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer an dieser Stelle.

Dafür müssten dann auch die anderen Fahrtrichtungen per Ampel signalisiert werden – um zumindest auf Knopfdruck Fußgängern die Querung zu ermöglichen. Auch eine Integration, ins städtische, zentrale Ampel-Steuerungssystem DIGI-V ist dann naheliegend. Mit der Einbindung ins DIGI-V wird sie Verkehre stärker Richtung B455 lenken – dort ist schließlich mehr Kapazität. Damit würde sie schließlich auch die Funktion einer Pförtnerampel übernehmen; eine Begrifflichkeit, die umgehend für Debatten sorgte.

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mathias

Aufgewachsen in Berlin, seit acht Jahren Wahl-Wiesbadener. Eigentlich Nordost, im Herzen aber Westend. Regelmäßiger Radler und Carsharing-Nutzer, beruflicher Verkehrsplaner (SGV). Faible für Daten, Karten und Grafiken.

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Bärbel

Zum Glück geh ich seit Neuem in Bierstadt vor allem zu Fuß, deshalb muss ich mich über derlei Quatsch nicht mehr aufregen… Doch darf die Frage gestellt werden, wer sowas entscheidet? Werden Anwohner, User gefragt? Offenbar nicht. Verschwedung von Budget, während die Brucke in Niedernhausen vor sich hin dümpelt. Übrigens wäre das mal ein spannender Blogbeitrag, denn diese Strecke betrifft auch Wiesbaden

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